Einen von der eigenen Stadt inspirierten Drink präsentieren: Aufgabe beim diesjährigen Cocktailwettbewerb des Glasgower Whiskys Auchentoshan in der Bar „Stairs“ in Berlin. Die drei Gewinner wirken in dessen Heimat an der Schöpfung des „Bartenders Malt“ mit. Wir waren dabei.
Jede Stadt hat ihre Sehenswürdigkeiten und Spezialitäten, ihre Ecken und Eigenheiten. Wie lassen sich diese in einem Drink inszenieren? „Think local“ lautete die Aufgabe des diesjährigen „New Malt Order“-Cocktailwettbewerbs von Auchentoshan, nachdem 2017 das Thema Fermentation und 2016 Drinks mit selbst gemachten Bitters im Zentrum gestanden hatten.
Auchentoshan, das muss man wissen, ist „not the ordinary“ Whisky, kein Single Malt, der ausschließlich pur genossen wird – dank seines dreifachen Destillationsprozesses und seinem besonders milden Geschmack ist er auch ideal zum Mixen von Cocktails.
Genau das taten zehn Bartenderinnen und Bartender in der schönen Stairs Bar in Wilmersdorf: Sie traten mit ihren City-Kreationen auf Basis von Auchentoshan American Oak an. Neben diesen mixten sie jeweils einen zweiten Drink mit dem Bartender’s Malt No.1 – jenem Whisky also, den die Gewinner des Wettbewerbs 2016 in Glasgow gemeinsam destilliert hatten (Bartender’s Malt No.2 erscheint in Kürze).
Marzipan und Kirschporter, Teriyaki und Handkäs
Wie also schmeckt die Stadt? Natalie van Wyk aus dem „Dietrich’s“ in Lübeck beispielsweise vermählte Auchentoshan American Oak mit Rosenwasser und der lokalen Spezialität Marzipan zum „Regina Hanseatica“ – eine feminine Hommage an die pittoreske Hansestadt. Ganz anders der „City of Lost Souls“: In ihm verarbeitete Dariusz Kulakowski aus dem Berlin-Kreuzberger Bar „Limonadier“ mit süßen und bitteren Zutaten seine bittersüßen, gemischten Gefühle für Berlin – und welcher Berliner kennt diese nicht?
Seine Kollegin Carolin Beutel aus dem „Le Coq Baroque“, ebenfalls in Kreuzberg, jedenfalls sehr gut. Als Ausdruck der Ambivalenz legte sie sogar – sehr dekorativ – die auf dem städtischen Trottoir allgegenwärtigen Glasscherben als Dekoration neben ihren Drink „Sugar And Dirt“ mit Kirschporter, einem Sirup aus gebrannten Mandeln und frisch gepresstem Grapefruitsaft.
Daniel Huggins aus dem „Zephyr“ und dem „Auroom“ in München machte mit dem „Munich Shuffle“ mit gesäuertem Apfelsaft und selbstgemachtem Joghurt einen Rundgang über die Wochenmärkte der Stadt. Sein ebenfalls aus München angereister Kollege André Kohler zog es hinaus ins Münchner Umland, er ließ es mit dem „Fairy Tale“ (Zutaten u.a. Waldbeersaft, Honig und Dill) fruchtig und aromatisch angehen.
Thang Viet Trinh aus der „Twist Bar“ in Dresden mixte eine „Hot Renaissance“ mit scharf-herzhaften Zutaten – Teriyaki-Sirup und Chili-Sauce sind pikante Ingredienzien, die auf seine Dresdner Kindheit als Nachkomme asiatischer Einwanderer anspielen. Toni Steiger aus der Bar „Mitte“ in Chemnitz inszenierte den regionalen Christstollen mit einem Sirup aus dessen typischen Zutaten wie gerösteten Mandeln, Orangen- und Zitronenzesten, Butteraroma, Vanille und Tonkabohne. Der Name seiner Kreation: „Brand New Fashion“, somit ein Old-Fashioned-Twist.
Nach Glasgow reisen zweimal Bamberg und einmal Mainz
Auch in diesem Jahr war es wieder ein Wettbewerb auf hohem Niveau und mit vielen spannenden Ideen, keine Frage. Drei Kreationen und Performances gefielen der vierköpfigen Jury, bestehend aus der Bloggerin Verena Borell (No Cheers No Story), Alexander Thürer (FIZZZ), Christian Herberholz (Gewinner der Competition 2017) und Tanja Bempreiksz (Brand Ambassador Beam Suntory), ganz besonders.
Gleich zweimal setzte sich dabei der aufsteigende Stern am Himmel der Barstädte, Bamberg, durch: Linda Le aus dem „Kawenzmann“ überzeugte mit ihrem Drink „Beer Encounters“, natürlich mit Bamberger Bier sowie Aprikosen (vor Ort angebaut) und Süßholz, einem Traditionsprodukt der Stadt.
Ihr Kollege Marvin Woidt aus dem „Das Schwarze Schaf“, nur ein paar Laufmeter vom „Kawenzmann“ entfernt, reüssierte mit der „Landpartie“ aus gesäuertem Apfelsaft und süßscharfem Senf sowie einer souveränen Präsentation, dabei war es sein erster Wettbewerb überhaupt.
Dritter Sieger ist Jan Paul Ringhoffer aus dem „Spiritus“ in Mainz, dem es tatsächlich erfolgreich gelang, die herzhafte regionale Spezialität, den Handkäs, in Form eines Shrubs in seinem leckeren „Whisky Sour auf Meenzerisch“ unterzubringen.
Das Trio reist im Herbst in die Heimat von Auchentoshan nach Glasgow. Und wird gemeinsam mit den Siegern weiterer nationaler Finals einen eigenen Single Malt kreieren, der 2019 als Bartender’s Malt No.3 releast werden wird. Wir gratulieren und wünschen viel Spaß und Erfolg am River Clyde!
Und hier sind die Rezepte der drei Siegerdrinks:
Noch mehr Drinks mit Auchentoshan gibt es in diesem Booklet.
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